OTC-Arzneimittel: Griechenland kippt Apothekenpflicht

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Von Filippos Sacharis, Athen

Pharmazeutische Zeitung

Die Deregulierung des griechischen Arzneimittelmarkts schreitet voran. Leidtragende sind die Apotheker. Ab Februar sollen rezeptfreie Arzneimittel nicht mehr nur in Apotheken, sondern auch in Griechenlands Supermärkten verkauft werden.
Apotheker und Pharmaunternehmen sehen die Freigabe von OTC-Arzneimitteln skeptisch. Sie fordern klare Regelungen für deren Verkauf in Supermärkten. Dies ist aus ihrer Sicht wichtig, um Schaden für die öffentliche Gesundheit abzuwenden.
Ohne klare Vorgaben drohe eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten, zwischen Verbrauchern, Supermärkten und Pharmaherstellern, so die Befürchtung. Bislang sind viele Fragen nicht beantwortet. So ist etwa nicht geklärt, wer die Abgabe von OTC-Arzneimitteln in Supermärkten kontrolliert, ob ein Apotheker zwingend anwesend sein muss und ob die Preisbindung beachtet wird. Die Freigabe von OTC-Preisen ist erst für 2017 vorgesehen.
Bislang gibt es noch keine verbindliche Liste, welche OTC-Arzneimittel in Supermärkten und anderen Einzelhandelsgeschäften angeboten werden dürfen und welche nicht. Apotheker und Pharmaunternehmen haben deshalb bei der zuständigen Arzneimittelbehörde gegen die Arbeit der Kommission protestiert, die die Liste erstellt. Der Schutz der Verbraucher müsse sichergestellt werden, fordern sie. Nun soll immerhin vor Veröffentlichung der Liste mit Apothekern und Herstellern ein regulatorischer Rahmen für die Abgabe von Arzneimitteln im Einzelhandel erstellt werden.